Premiere einer schönen Kooperation

Bernd Kebelmann und Sonny Thet – Literatur und (kambodschanische) Musik. Und darüber hinaus!

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Die Katze begrüßt:

zum ersten Mal einen Gast in unserer Lesereihe: Jenny Schon!

Schmitz Katze,17.April 2016

Katzenfreunde …

… nein, nicht nur für Katzenfreunde. Hat mit Katzen gar nix zu tun.Schmitz Katze 20_03_16 a

Katzenfreude …

… erwartet uns kommenden Sonntag, am 21. Februar:

 

Schmitz Katze 21_02_16 a

Niemals geht man so ganz …

  Petra Nouns   * 18.10.1955     † 30.11.2015

Petra Nouns

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Petra Nouns war eine Autorin mit ganz eigener, kraftvoller Sprache. Sie hat als Vorsitzende die Gesellschaft für neue Literatur geprägt und ihr wichtige Impulse gegeben. Konstruktiv kritisch in der Prosawerkstatt der GnL, in der Berliner Romanrunde, in ihren Schreibseminaren, mit Leidenschaft und Ausdauer am Text. Sie brannte für das Schreiben und riss uns mit. 

Ein Teil von ihr bleibt für immer bei uns.

Rot ist schön

Diesen Titel trägt der neue Roman von Rita König.

„Auch in den Vokabelheften, die mit der akkuraten Schrift des Vaters gefüllt waren, fand Silke Bleistiftzeichnungen. Sie ähnelten denen, die sie zuvor auf dem Dachboden gefunden hatte, aber sie waren nicht vollendet. Und noch etwas war anders. Silke sah es erst, als sie die Briefe zur Hand nahm und die Bilder verglich. Die Skizzen in den Heften wirkten wie Portraits. Und ein Gesicht, von dem der Vater nur die Augenpartie dargestellt hatte, erkannte Silke. Es war die Frau aus dem Hexenhaus.“


König, Rot ist schön 2015

“Silke schaute zu den Wolken; sie sahen nicht so aus, als würde es gleich zu schneien beginnen. Aber sie war ja noch eine Weile unterwegs und wer weiß, irgendetwas konnte immer geschehen. Schneeflocken konnten sich auf die Schienen setzen und Züge zum Halt zwingen, auch in dieser Zeit und bestimmt auch in Holland. Es konnte plötzlich kälter werden, Weichen konnten einfrieren, der Zug hätte Verspätung und zwänge sie zum Umkehren. Nun gut, zwingen würde sie wohl nichts und niemand, es wäre leichter, das war alles.”

Neugierig geworden? Erschienen ist das Buch im Kleinen Buch Verlag.

 

Der Wuppertaler Auschwitz-Prozess

Vom Oktober 1986 bis zum Januar 1988 stand der 1921 geborene Gotfried Weise als Angeklagter vor dem Wuppertaler Landgericht. Gegenstand des Verfahrens waren Tötungshandlungen, die der Angeklagte in dem von der nationalsozialistischen Führung während des Zweiten Weltkrieges in Südpolen errichteten Konzentrationslager Auschwitz im Jahre 1944 an Deportierten und Häftlingen des Lagers begangen haben soll. Birgit Ohlsen hat den Prozess mitschreibend begleitet und legt mit diesem Buch erstmals Auszüge aus ihren vor Ort gemachten Aufzeichnungen vor.

Ohlsen, Auschwitz-Prozess 2015

Erschienen im NordPark Verlag, Wuppertal.

Schmitz Katze am Wochenende

Wolfgang Fehse trägt aus seinem neuen Roman vor: Licht im Schatten der Macht
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Schauplatz ist die „Villa Arte von Lademann“ (Cote d`Azur).
Elend, autoritär-inzestuös und ab und zu ziemlich komisch: So kommen uns die Helden des neuen, noch unveröffentlichten Romans von Wolfgang Fehse in die Quere .
Erzählt wird die Geschichte eines Dichters und Fabrikanten-Enkels, der mit Text und Puppenspiel (Licht im Schatten der Macht) nach den Gründen des familiären Chaos` sucht und in heftige Konflikte gerät. Sein Großvater hat im „Dritten Reich“ Waffen hergestellt. „Die Vergangenheit ist nicht tot, sie ist noch nicht einmal vergangen“ (William Faulkner).Zum Autor:
1945, nach Kriegsende, streckte Wolfgang Fehse als dreijähriger Sohn einer Schauspielerin und Unternehmertochter dem Bernauer Publikum die Zunge heraus. Als Erwachsener war er Bauarbeiter, Erzieher und Taxifahrer, er war Kettensprenger im Zirkus „LAPSUS“ und Straßengeiger in Ibiza und New York. Als Ministerialbeamter lebte er an der Cote d`Azur. Später hauste er in einem Berliner Obdachlosenasyl. Es folgte ein zweijähriger Aufenthalt als Clown in einer Berghütte nahe der Zugspitze. Lebenserfahrungen, die er in Romanen, Erzählungen. Gedichten und Theaterstücken verarbeitet hat.
Fehse lesend
Der kriegsbegeisterte Leutnant vom Kotti
sagte zur Gattin: „Ducke dich, Lotti.
Anflug einer Kugel
vom Kreuzberghugel.
Flotti, Lotti: Wegducken, Lotti.“

Einer unserer besten …

… war Mario Wirz. Eine Hommage an den Dichter hat Sigrun Casper verfasst – mit selten viel Einfühlungsvermögen.

sigrun wortjongleur vorschaus

Kilian lebt mit seiner Mutter in einem Provinznest im Westdeutschland der fünfziger und sechziger Jahre. Er ist ein uneheliches Kind, ein „Bankert“. In der Schule und im Ort lässt man Mutter und Sohn deutlich spüren, was man von ihnen hält. Sie erfahren Verachtung von allen Seiten. Und dann bemerkt Kilian, dieser freundliche, überaus liebenswerte Junge, der so erstaunlich mit Sprache umgehen kann, auch noch früh, dass er schwul ist. Eines tages macht er sich auf die Suche nach dem unbekannten Vater.

Dieser Roman ist eine fiktive Biografie – aber genauso, wie hier beschrieben, könnten sich die ersten Lebensjahre und Jugend des 2013 verstorbenen Dichters Mario Wirz abgespielt haben. (Die Schriftstellerin Sigrun Casper verband eine langjährige Freundschaft mit dem Dichter.)
Sigrun Casper schildert gekonnt, liebevoll und einfühlsam – manchmal zu Tränen rührend – die Enge und Kleingeistigkeit in der katholischen Provinz der Sechziger aus den Augen des kleinen Kilian, auch, wie seine Mutter versucht, ihm die Welt zu erklären, seine Ausbruchsversuche, seine Träume von einem freieren Leben.
„Wortjongleur“ ist Geschichts- und Zeitstudie, es ist Biografie und Erkundung der Möglichkeiten der deutschen Sprache. Der Roman ist sowohl für Erwachsene als auch für Jugendliche interessant, da Sigrun Casper mit „Wortjongleur“ einen Einblick in das Deutschland der 50er und 60er Jahre und in die Gedankenwelt und Herausforderungen eines vaterlosen Jungen gibt.

Erste Pressestimmen:

„Sensibel berichtet die Autorin  vom Werdegang des Jungen, von der Ablehnung, die seiner Mutter und ihm widerfährt, als “unehelich” noch als Makel galt. Aber auch von der Liebe, diezwischen Mutter und Sohn lebt. Dabei gelingt es der Autorin, gerade in knappen, klaren Sätzen das Wesentliche einzufangen. Für viele!“ (Gabriele Oberhauser-Gutheil, ekz-Bibliotheksservice)
“Der Wortjongleur” ist das berührende Portrait eines starken Mutter-Sohn-Gespanns im Kampf gegen Vorurteile und Vergangenheit. Herzlich, aber nicht kitschig. Empathisch, aber nicht sentimental.” (Buecherrezension.com)
„Sie entwickelt intensiv und einfühlsame seine Geschichteals sogenannter “Bankert” in einer unglaublich spießigen  und zeigt, wie seine dichterische Begabung immer mehr zu seinem Mittel wurde, sich in der Welt zu behaupten.“ (Rinaldo Hopf)

 
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